Für den Absinth gibt es Trinkweisen und Rituale, wie man ihn richtig genießen kann. Grundsätzlich wird dieses Getränk niemals pur getrunken, zumindest wird es mit Wasser verdünnt. Dabei wird die grüne Flüssigkeit milchig und trübt sich ein. Durch das enthaltene ätherische Öl Anethol im Absinth, ist eine schlechte Löslichkeit des Wassers gegeben. Es entsteht dabei ein Phänomen, das man Louche-Effekt nennt.
Die Trinkweisen und Rituale für Absinth sind von Land zu Land verschieden, nach und nach entwickelte jedes Land seine eigenen Rituale, um den Absinth zu trinken. Diese trugen auch zum Nationalstolz bei. Hierbei müssen bestimmte Regeln eingehalten werden, denn diese erklären genau, wie der Absinth zu trinken ist. Zu jedem Absinth Ritual gehören die stilechten Absinth Gläser und Löffel dazu, genauso wie die Karaffe, ohne diese Utensilien kann das Ritual nicht richtig zelebriert werden. Die Rituale vom Absinth Konsum reichen bis zu der Zeit zurück, als der Absinth das erste Mal hergestellt wurde und das war im 19. Jahrhundert.
Das französische Ritual für Absinth
Das französische Ritual für Absinth ist eines der ältesten seiner Art. Es ist am weitesten verbreitet und andere Länder haben es übernommen. Hierbei wird das Glas mit zwei oder vier Zentiliter Absinth gefüllt, anschließend wird der Löffel mit Zucker auf das Glas gelegt. Beim nächsten Schritt wird das Glas mit Wasser gefüllt, dafür wird eine Absinth Fontaine genutzt, über die man langsam das Wasser fließen lässt. Diese Fontaine ist ein Wasserbehältnis, welches auf einer Säule steht und daran sind mehrere kleine Wasserhähne befestigt. Das Wasser fließt solange, bis sich die ein oder zwei Stück Zucker auflösen. Ist der Zucker aufgelöst, so erhält der Absinth eine Trübung, die als Louche bezeichnet wird. Dieses Ritual wurde in Frankreich täglich vollzogen und breitete sich über die ganze Welt aus, selbst heute wird es noch von vielen Menschen vollzogen, die auf diese Art und Weise ihren Absinth genießen wollen.
Das schweizerische Ritual
Das schweizerische Ritual ist nicht so weit verbreitet, wie das französische. Der Grund dafür ist, bei diesem Ritual wird nicht solch ein Aufwand mit einer Absinth Fontaine betrieben. Es wird einfach die gewählte Menge von Absinth in ein Glas gefüllt und dieses mit Wasser aufgefüllt. Dabei wird selbst auf den Zucker verzichtet, eigentlich kann hier keine Rede von einem Ritual sein, doch hat die traditionelle Form einen sehr hohen Stellenwert in der Schweiz.
Das tschechische Feuerritual
Betrachtet man sich die historische Seite des Feuerrituals, so kann dieses noch auf keine lange Vergangenheit zurück blicken. Von tschechischen Produzenten des Absinths wurde es erst in den 90ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt, damit gewinnt der Genuss des Getränkes an Attraktivität. Es werden ein bis zwei Stück Zucker, die mit Absinth getränkt sind, auf den Löffel gelegt. Den Löffel legt man auf das Glas und der Zucker wird angezündet. Sobald der Zucker Blasen bildet und sich karamellisiert, wird die Flamme gelöscht und der Löffel mit dem Zucker in das Glas mit Absinth gegeben. Beim Feuerritual muss darauf geachtet werden, dass der Zucker vollkommen gelöscht ist, bevor man ihn in das Glas gibt. Ansonsten kann der brennende Zucker den Absinth im Glas entzünden. Ist der Zucker dann komplett aufgelöst, so wird das Glas mit Wasser aufgefüllt.
Böhmisches Ritual mit Glaspfeife
Der Absinth wird in Böhmen in einer kleinen Glaspfeife konsumiert, dabei werden mehrere Eiswürfel und der Absinth in den Behälter der Pfeife gefüllt. An der Wasserpfeife beginnt man dann, an der Öffnung zu ziehen, dabei gelangt der Absinth mit viel Druck in den Mund. Diese Wirkung des Absinths ist mit keinem anderen Ritual zu vergleichen, das muss man als Absinth Genießer erleben.
Mit der Brouille Absinth genießen
Diese Art des Rituals ist noch heute weit verbreitet und erfreut sich großer Beliebtheit. Durch die einfache Handhabung und das perfekte Ergebnis, wird diese Art am meisten angewandt, um Absinth zu trinken. Dabei handelt es sich bei der Brouille um einen kleinen Aufsatz für das Absinth Glas, da hinein wird das Eiswasser gefüllt. Das Wasser rinnt langsam mit einem dünnen Strahl in den Absinth, durch die langsame Zufuhr des Wassers entsteht die klassische Trübung.
Der Brouiller für den Absinth Genuss
Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Aufsatz für das Glas, beim Brouiller wird das Wasser hinein gefüllt und mit einem feinen Wasserstrahl durch ein Loch auf eine Art Wippe geleitet. Mit Hilfe der Wippe tropft das Wasser mal links und dann wieder rechts auf den Zucker, somit wird der Absinth automatisch zubereitet. Jetzt kann das Einsetzen der Trübung beobachtet werden. Für viele Menschen ist das ein faszinierendes mechanisches Schauspiel.
Den Genuss von Absinth kann man mit den verschiedensten Ritualen und Trinkweisen genießen, die meisten von ihnen blicken auf eine lange Geschichte zurück. Doch sollte man immer das richtige Zubehör für den absoluten Absinth Genuss besitzen.
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