Bei der Herstellung von Sekt können verschiedene Verfahren eingesetzt werden. Nachdem die ersten Versuche zur Großraumgärung oder auch Tankgärung von Sekt bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich unternommen wurden, wurde dieses Herstellungsverfahren schnell wieder verdrängt. Grund dafür waren die Befürchtungen der Hersteller, dass sie mit der Tankgärung große Ertragseinbußen bei der Herstellung von Perlwein hinnehmen müssten.
Diese Ansicht änderte sich erst in den 1930er Jahren. Damals wurden Filter erfunden, die unter Druck arbeiten konnten. In Deutschland und Frankreich wurden zu jener Zeit, genauer im Jahre 1936, wieder die ersten Tankgärungen vorgenommen.
Verfahren der Tankgärung
Damit der Schaumwein durch die Tankgärung sein unverwechselbares Aroma und den einzigartigen Geschmack erhält, müssen verschiedene Schritte durchgeführt werden. Zunächst wird ein so genannter Drucktank benötigt. In diesen gibt man den Grundwein, sowie die Fülldosage und verschließt den Tank. Danach beginnt die Gärung, die wenigstens 80 Tage andauert. Eine Verkürzung der Tankgärung für den Sekt ist bei Drucktanks gegeben, die mit einer Rührvorrichtung ausgestattet sind. Hier dauert sie nur 30 Tage an. Die Herstellungsdauer insgesamt darf jedoch bei beiden Varianten sechs Monate nicht unterschreiten.
Im geschlossenen Drucktank entwickelt sich während des Gärprozesses Kohlensäure. Da diese aufgrund des verschlossenen Tanks bei der Tankgärung nicht entweichen kann, steigt der Druck stetig an. Die Überprüfung des Grundweines wird durch Manometer und Thermometer ermöglicht, die am Tank angebracht sind.
Nun folgt eine Ruhephase für den Sekt. Danach kommt es zum Umpumpen des Schaumweins in einen Lagertank. Dort kommt noch die Versanddosage hinzu, bevor die Hefe vom Perlwein ausfiltriert und dieser in Flaschen abgefüllt wird. Besonders wichtig während der gesamten Tankgärung ist, dass alle Schläuche, Tanks, Apparate und Co. immer unter ausreichend Druck stehen. Nur so kann der Sekt zu dem genussvollen Getränk heranreifen, das wir alle kennen.
Die Rührvorrichtung im Drucktank
Die Rührvorrichtung im Drucktank ist bei der heutigen Tankgärung eigentlich unverzichtbar. Denn sie sorgt dafür, dass die Hefe- und Zuckermoleküle ständig in Kontakt bleiben. Dazu wird der Grundwein täglich zwei Mal für eine Stunde umgerührt. Vermieden werden kann so das Absinken von Zucker und Hefe auf den Boden des Tanks.
Darüber hinaus wird die Gärung deutlich schneller vonstatten gehen, der Zucker alleine baut sich binnen 14 Tagen ab, wenn eine Rührvorrichtung vorhanden ist. Aus diesem Grund werden für die heutige Tankgärung von Sekt und Schaumwein fast nur noch Drucktanks mit Rührvorrichtung verwendet. Alleine die Wirtschaftlichkeit, die durch die schnellere Zubereitung steigt, ist hierbei ein wichtiges Entscheidungskriterium für dieses Gärverfahren.