Der Wurm im Tequila

Tequila Agaven Illustration

Wie gelangt der Wurm in den Tequila? Das ist die große Frage, die sich viele stellen und vor allen Dingen, welche Auswirkungen hat der Wurm auf den Tequila? Bei der Sache mit dem Wurm handelt es sich eigentlich um einen Marketing Gag. Eingeführt hatte diesen Gag Jacobo Lozano Páez und das schon im Jahre 1950. Der Wurm befindet sich auch nicht im Tequila, sondern im Mezcal. Da der Meczal nicht in den vorgeschriebenen Anbaugebieten hergestellt wird, darf man hier nicht von Tequila reden. Für die Herstellung des Mezcals werden die Agaven nicht in Öfen erhitzt, sondern über Holzkohle geröstet. Bei diesem Rösten über dem Feuer erhalten sie ihr rauchiges Aroma. Für die gesamten Agavendestillate wird der Oberbegriff Mezcal verwendet.

Der Grundgedanke des Marketing Gags

Jacobo Lozano Páez fand heraus, dass die Blätter der Agaven, die mit Raupen befallen waren, einen anderen Geschmack hatten, als die, die frei von Raupen waren. Aus diesem Grunde wurde der Gedanke geboren, dass man eine Raupe in die Flasche einführt. Mit der Raupe in der Flasche konnten enorme Gewinne eingefahren werden. Doch zu dem Wurm im Tequila gibt es viele unterschiedliche Meinungen und Behauptungen.

Wurm oder Raupe?

Hierbei scheiden sich die Geister, es wird behauptet, dass es gar kein Wurm ist, es soll eine Raupe sein. Einige Mezcals werden manchmal mit der Maguey-Raupe, die aus der Familie der Dickkopffalter stammt, in der Flasche angeboten. Da die Raupe sehr viel Ähnlichkeit mit einem Wurm besitzt, wird sie oft als Maguey-Wurm bezeichnet. Im Allgemeinen werden Maguey-Raupen als Schädlinge bezeichnet, jedoch werden sie in einigen Sorten des Mezcals hinein gegeben.

Es gibt zwei Arten dieser lebenden Würmer, die in den Pflanzen der Agaven vorkommen. Zum Einen sind das die roten Würmer, diese leben in den Wurzeln der Pflanze und zum Anderen gibt es die weißen Würmer, die man in den Blättern der Agave findet. Durch die Zugabe des Wurms, wird dem Mezcal ein besonderer Geschmack verliehen, aber ansonsten ist der Wurm harmlos. In manchen Regionen von Mexiko werden diese Würmer sogar gebraten oder geröstet, das ist ein begehrtes Gericht des Landes. Die Würmer werden auch zu Pulver verarbeitet, danach mit Gewürzen und Salz vermischt und somit entsteht das so genannte „Wurmsalz“. Einige Menschen nehmen dieses Salz zum Würzen ihres Getränkes.

 

Die Legende des Wurms

Nach einer alten mexikanischen Legende soll der Wurm im Mezcal die Potenz des Mannes steigern. Diese Überlieferung hält sich noch bis zum heutigen Tag, besonders in der Region des Bundesstaates Oaxaca kann man den Maguey-Wurm in einigen Sorten des Mezcal finden. Aus diesem Grund ist der Mezcal mit Wurm genauso bei Einheimischen beliebt, wie bei Touristen.

Eine weitere Legende besagt, wenn man diese Würmer lebendig verspeist, so tritt eine psychoaktive Wirkung auf. Die richtige Dosis für diese Wirkung sollen zwei bis drei Würmer sein, die etwa fünf Zentimeter lang sind.

Früher wurde der Wurm genutzt, umdas Ergebnis der Destillation zu überprüfen, bei der Zersetzung des Wurms war das Destillat fehlgeschlagen. Wurde der Wurm jedoch konserviert, so konnte man davon ausgehen, dass das Getränk genießbar war.

 

Der Genuss des Wurms

Unter gebührender Achtung wird der Wurm mit lautem Schlürfen genossen, hierbei handelt es sich um eine alte Tradition der Mexikaner. Man sollte dieses Getränk nicht ablehnen, wenn man es serviert bekommt, denn das würde eine Ablehnung der zugeteilten Ehre darstellen. Manch einer findet es vielleicht eklig, einen toten Wurm im Glas schwimmen zu sehen, aber für die Mexikaner gehört der Wurm einfach dazu. Üblicherweise bekommt man ein rötliches Gewürz dazu gereicht, dieses streut man auf die Limette. Dieses Gewürz ist ein Chilisalz mit dem Pulver der zerstampften und getrockneten Limette.

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