In der Antike kannte man schon das Destillationsverfahren, zwar noch nicht so modern und mit ausgereiften Technologien, aber es wurden schon damals Destillate hergestellt. Im Mittelalter besaßen die Mönche die hohe Kunst des Destillierens. Für die Herstellung von Branntwein, wurde damals der Rohstoff Wein verwendet. Italienische Kaufleute brachten den Branntwein nach Russland. Etwa im 16. Jahrhundert erlernte man das Verfahren der Destillation in Russland. Damals war ein reiches Vorkommen an Roggen im Land vorhanden und anstatt den Wein zu Branntwein zu verarbeiten, kam ein Russe auf die Idee, den Roggen dafür zu verwenden. Somit war der erste Wodka erfunden. Wer allerdings der Erfinder war, ist bis zum heutigen Tag nicht geklärt. Ebenfalls erheben die Polen den Anspruch auf die Erfindung von Wodka.
Das Zarenreich und der Wodka
Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert durfte der Wodka nur in Tavernen hergestellt werden, die vom Zaren dazu auserwählt wurden. Jedoch konnte sich diese Verordnung nicht allzu lange halten, die Gründe dafür waren eine hohe Last an Schulden bei den Wirten und auch die Qualität vom Wodka war stark gesunken. Deshalb wurde die Produktion von Wodka auf einen Beschluss des Zaren Peter der Große allgemein freigegeben und eine Steuer darauf erhoben. Nachdem Katharina II. ihre Herrschaft begann, sie war die Nachfolgerin vom Zar Peter dem Großen, wurde die Herstellung des Wodkas erneut reformiert. Es wurde ein Privileg für die Herstellung von staatlichen Brennereien und Adel eingeführt. Daraufhin verbesserte sich die Qualität und die Chancen des Profits stiegen an. Die privilegierten Hersteller konnten in dieser Zeit einen russischen Artikel in das Ausland exportieren. Der Wodka zog in ferne Länder und ist heute immer noch sehr beliebt.
Durch geschickte Manipulationen der adeligen Produzenten, verzeichneten die staatlichen Brennereien Verluste und gingen nach und nach in die Pleite. Es wurden minderwertige Branntweine aus dem Ausland importiert und es entstanden im Laufe der Zeit immer mehr Schwarzbrennereien in Russland. Die Regierung versuchte Ende des 19. Jahrhunderts die illegalen Brennereien zu schließen, da sie unüberschaubar geworden waren. Durch diese Verordnung ging 1890 die Herstellung des Wodkas in ein Staatsmonopol über. In dieser Zeit verbesserte der Chemiker Dmitri Iwanowitsch Mendelejew die Herstellung des Wodkas.
Verbot für Wodka im Kommunismus
Nachdem die Kommunisten die Macht in Russland übernommen haben, erließen sie ein Verbot für die Produktion des Wodkas. Dadurch entstand eine Welle der Emigration, der Hersteller dieser Spirituose. Zu ihnen gehörten auch Namen wie beispielsweise Gorbatschow und Smirnoff. Das sind noch heute die bekanntesten Brennereien für Wodka.
Jedoch ließen sich die Russen nicht das Trinken von Wodka verbieten, das offizielle Verbot wurde 1936 wieder aufgehoben und die Produktion konnte weiter geführt werden. Allerdings durften nur gewisse Mengen hergestellt werden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde für Soldaten eine offizielle Tagesration von Wodka beschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollten die Kommunisten den Wodka wieder verbieten, jedoch gelang ihnen dieses Vorhaben nicht. Der Wodka wurde das Nationalgetränk in Russland, er war billig und wurde in Unmengen getrunken. Als der Generalsekretär Gorbatschow das Land regierte, wurde gegen den Missbrauch von Alkohol vorgegangen. Reihenweise wurden die kleinen Brennereien geschlossen, die nur gesundheitsschädlichen und minderwertigen Fusel herstellten.
Das postkommunistische Russland und der Wodka
Der Kapitalismus hielt 1990 seinen Einzug in der Herstellung von Wodka, nach dem Niedergang der Sowjetunion. Ausländische Investoren aus aller Herren Länder übernahmen viele der Brennereien, die hochwertige und qualitative Anlagen besaßen. Das staatliche Unternehmen des Exports von Wodka wurde umgewandelt in ein Konglomerat von russischen Großbrennereien. Innerhalb des Landes werden noch heute die Marken „Moskowskaja“ oder „Stolchinaya“ zum Verkauf angeboten. Es laufen Prozesse wegen der Rechte an den Marken. In der Zwischenzeit machte sich der Wodka weltweit einen Namen und ist heute international der Branntwein Nummer Eins.
Neue Großproduzenten etablierten sich neben dem staatlichen Konglomerat auf dem Markt des Wodkas. Auch in Russland setzt man auf Premium- und Edelmarken beim Wodka, denn nur so werden die gehobenen Ansprüche erfüllt. Der Russkij Standart macht in eigener Sache Werbung mit dem Hinweis, dass die gehobene Gesellschaft nur diesen Wodka trinkt.
Doch genauso wird in den kleinen Brennereien Wodka hergestellt. Dabei ist die Angebotspalette breit gefächert, es werden die besten Sorten Wodka der ganzen Welt bis hin zu den billigsten Fusseln produziert. Alle Marken, die im großen Stil exportiert werden, gehören zu den geschmacklich qualitativsten Wodkas. Diese findet man auf dem Weltmarkt und ebenfalls im Supermarkt von Russland. Man unterscheidet bei den einzelnen Sorten zwischen dem klassischen und dem aromatisiertem Wodka.