Russland verfügt über unzählige Brennereien, die die Herstellung von Wodka betreiben. Mittlerweile haben sich Großunternehmen gebildet, die mit westlichen Produzenten von Spirituosen zusammen arbeiten. Ebenso gibt es noch zahlreiche kleine Einzel- und Schwarzbrennereibetriebe.
Der traditionelle Rohstoff für Wodka
Der Roggen ist der traditionellste Rohstoff für die Erzeugung von Wodka. Jedoch werden auch zum Teil Melasse, Weizen und Kartoffeln verwendet. Wobei die Kartoffel in Russland nur äußerst ungern für die Herstellung verwendet wird. Einzelne Sorten enthalten eine aus Zuckerrüben produzierte Melasse oder Mais, doch das ist eher nicht die Regel. Außer dem Roggen wird noch Wasser zur Herstellung benötigt und nicht vergessen darf man die Hefe. Ebenfalls sollte man die Bedeutung des Wassers nicht unterschätzen, denn es ist verantwortlich für den Geschmack des Wodkas.
Die Würze und Maische
Mit Wasser müssen die festen Rohstoffe vermischt werden, anschließend muss das Ganze erhitzt werden und zwar solange bis sich die Stärke in den Rohmaterialien in Zucker umgewandelt hat. Dieser süßliche Brei, der durch diesen Vorgang entstanden ist, ist die Würze. Für den Prozess der Gärung, wird nun die Hefe hinein gegeben. Somit entsteht eine alkoholhaltige Maische, welche das Ursprungsprodukt für die nun folgende Destillation darstellt.
Die Destillation
Durch die Erhitzung der Maische, wird die enthaltene Stärke vom Zucker umgewandelt. Ist diese Umwandlung erfolgt, so werden die Hefe und Mittel zur Gärung, die Katalysatoren, hinzugegeben. Somit wird der Umwandlungsprozess vom Zucker in Alkohol bewerkstelligt. Es entsteht eine Würze, die einen Gehalt an Alkohol von sechs bis acht Prozent aufweist. Damit wird reiner Alkohol bei der Destillation erreicht. Die Maische muss mehrfach destilliert werden, damit man aus ihr Alkohol gewinnen kann. Dabei muss eine Erhitzung der Maische auf ungefähr 80 Grad erfolgen. Genau sind es 78,4 Grad Celsius, bei dieser Temperatur beginnt der Alkohol zu sieden und das Wasser bleibt zurück, da der Siedepunkt des Wassers 100 Grad Celsius beträgt. Somit werden die beiden Substanzen automatisch voneinander getrennt.
Die Maische stellt ein Gemisch aus Wasser, Getreide und weiteren Feldfrüchten dar, sie ist für die Destillation das Ausgangsprodukt.
Die Filtration
Andere Spirituosen, die während der Gärung Aromastoffe beinhalten, werden nicht gereinigt. Anders sieht es bei dem Destillat des Wodkas aus, hier werden die vorhandenen Aromastoffe, soweit wie es möglich ist, entfernt. Die verbleibenden Stoffe, die während der Gärung entstanden sind, sind im fertigen Wodka nur noch in ganz kleinen Mengen enthalten. Die Durchführung des Ausfilterns erfolgt mit Hilfe von Holzkohle, hierbei werden die Aromastoffe entzogen. In einigen Brennereien erfolgt das Ausfiltern mit Eiweiß, Milch oder mit speziellen Filtern aus Keramik, jedoch ist dieses Verfahren in der Regel nicht üblich. Es kommt immer auf die Qualität des Ausfilterns an, denn diese ist für den Geschmack des Endproduktes entscheidend.
Durch diese Neutralisierung unterscheidet sich der Wodka im Geschmack vom Kornbrand. Anschließend wird noch eine weitere Filterung vorgenommen, die so genannte Papierfilterung. Das Ganze wird dann mit speziell gereinigtem Wasser vermengt und man erhält einen puren Wodka.
Bestimmte Früchte oder Gewürze werden zusätzlich bei den aromatisierten Wodkas verwendet. Diese werden nach der Filtration in das gereinigte Destillat bzw. den schon fertigen Wodka hinein gegeben. Nach einer gewissen Zeit werden diese Zusätze wieder entfernt und ein aromatisierter Wodka ist entstanden. Diese Art der Aromatisierung hat nichts mit dem Mischen eines Cocktails gemeinsam.
Die Rektifikation
Hierbei wird ein thermisches Trennverfahren genutzt, welches die Destillation weiter entwickelt oder viele Schritte der Destillation hintereinander schaltet. Bei einer Rektifikation ist der Vorteil gegeben, dass der Vorgang kontinuierlich betrieben wird. Des Weiteren werden die verschiedenen Substanzen um ein Vielfaches höher voneinander getrennt, als es bei der Destillation der Fall ist. Denn hier kann sich das Gleichgewicht der Verdampfung gleich mehrere Male einstellen. Mit der Rektifikation wird ein besonders qualitativ hochwertiger Wodka hergestellt.
Trotzdem die Aromastoffe mit der Filterung minimiert wurden, kann man unterschiedliche Wodkas bekommen. Sie besitzen unterschiedliche Qualitäten und auch Charaktere. Besonders sind die Unterschiede zu bemerken bei den verschiedenen Herkunftsländern. Der russische Wodka weist im Vergleich zu einem westlich hergestellten Wodka einen ausgesprochen starken Charakter aus.