Viele Wissenschaftler haben schon lange erkannt, dass zur Bewältigung verschiedenster Probleme der näheren und auch ferneren Zukunft, die Forschung ungewöhnliche Wege wird eingeschlagen müssen.
Umweltverschmutzung einhergehend mit fortschreitendem Klimawandel, Verteuerung und Verknappung fossiler Brennstoffe, Verteuerung von Lebensmitteln, Nahrungsmittelknappheit in verschiedenen Regionen der Erde sind Themen welche in naher Zukunft noch akuter werden und Lösungen erfordern.
Seit einigen Jahren sind, bedingt durch ihre vielfältigen Eigenschaften, verschiedene Algenarten in das Blickfeld wissenschaftlichen Interesses geraten.
In Japan ist die Alge schon seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel bekannt. Heute wird auch in Europa, in verschiedenen Versuchsanlagen versucht die Kultivierung von Algen weiter zu entwickeln. Die Bemühungen gehen weit über das Anbauen von Algen für Sushi und andere asiatische Spezialitäten hinaus. Neue, ernährungsphysiologische wertvolle Produkte, werden hier entwickelt. Ein weiteres Augenmerk der Forschung, liegt auf der Entwicklung von Produktionstechniken für wasserarme Entwicklungsregionen, da der Anbau von Algen weit weniger Wasser verbraucht, als herkömmlicher Feldbau.
Durch ihre spezielle Lebensweise beinhalten verschiedene Algen Stoffe welche sie für die pharmazeutische und kosmetische Industrie begehrt machen. Aufgrund der Tatsache, dass bislang lediglich ein Bruchteil der vorkommenden Algen untersucht bzw. der Großteil noch gar nicht entdeckt wurden, ergibt sich in den nächsten Jahren für die Forschung ein breites Tätigkeitsfeld, in dem noch einige Überraschungen zu erwarten sind.
Ein Schwerpunkt wissenschaftlicher Untersuchungen rund um die Alge ist die Energiegewinnung. Energie aus Algen könnte eine echte Alternative zu fossilen Brennstoffen darstellen. Zum einen kann man aus Algen Biodiesel herstellen, zum anderen beschäftigt sich die Forschung derweil mit der Produktion von Wasserstoff aus Algen. Ohne Zweifel ist Wasserstoff die Energie der Zukunft. Bei der Verbrennung entsteht lediglich Wasser.
Das einzige Problem ist, Wasserstoff in ausreichender Menge, umweltgerecht zu produzieren. Hier setzt eine gentechnisch veränderte Grünalgen art an. Sie produziert als Stoffwechselprodukt Wasserstoff. Die Kultivierung der Alge und die Gewinnung des Wasserstoffes geschehen in so genannten Photobioreaktoren, bis zu einigen hundert Kilometer langen Glasröhrensystemen.
Ein weiteres Forschungsfeld befasst sich mit der Möglichkeit Algen bei der Wasseraufbereitung einzusetzten. Vor allem ins Abwasser geratene Düngemittel können durch bestimmte Algen gebunden werden. Die Algen können wiederum als Düngemittel verwendet werden.
Letztlich steht die Algenforschung aber immer noch am Anfang, so dass man in diesem Bereich noch einiges an Überraschungen erwarten kann.