Vorkommen und Lebensweise von Algen

Seit dreieinhalb Milliarden Jahren existieren Algen auf unserm Planeten und sind somit, zusammen mit einigen Bakterien, die erste und älteste Lebensform. Zweieinhalb Milliarden Jahre blieben sie auch die einzigen Pflanzen auf der Erde. Die größte Leistung der Alge war mit Sicherheit die Schaffung der Atmosphäre wie wir sie heute kennen. Erst die Fotosynthese mit der Umwandlung von Kohlendioxid in Sauerstoff ermöglichte erst die Entwicklung des Lebens in seiner heutigen Form. Heute sind in einer Datenbank rund 130.000 bekannte Algenarten verzeichnet, die wenigsten von ihnen wurden bislang eingehend untersucht. Man schätzt die Zahl sämtlicher Arten auf rund 400.000. Für die Wissenschaft ergibt sich deshalb in den nächsten Jahren, nicht zuletzt wegen ihrer vielfältig nutzbaren Eigenschaften, ein weites Betätigungsfeld.

Algen gibt es heute in den verschiedensten Größen und Erscheinungsformen. Ihr Vorkommen erstreckt sich fast über die Gewässer der gesamten Welt und in einigen Klimazonen sind sie sogar an Land zu finden.
Algen sind perfekt an ihre Umwelt angepasst. Man findet sie in tropischen Meeren genauso wie in Arktischen Gewässern. Selbst unwirtlichste Bedingungen, wie Salzseen, Säuretümpel, eisige Gletscher oder das kochend heißen Wasser von Geysiren, können die Alge nicht davon abhalten sich Nischen für ihre Existenz zu schaffen.

Aber nicht nur in Wasser finden sich Algen. Die so genannten Aerophyten haben sich auf das Leben an Land spezialisiert. Besonders in tropischen bis subtropischen Regionen gedeihen diese Luftalgen, entsprechende Luftfeuchtigkeit voraus gesetzt, an Bäumen und Steinen.
Aber auch in unseren Breiten sind Algen auf fast jedem Waldboden zu finden.
Relativ unbekannt ist auch, dass Flechten eine symbiotische Lebensgemeinschaft von Pilzen und Algen sind. Eine ähnliche Symbiose zwischen Alge und einzelligem Lebewesen hat, vor zweieinhalb Milliarden Jahren, höchstwahrscheinlich auch den Grundstein für die Entwicklung der Pflanzen wie wir sie kennen geführt.

Den größten Teil der Algen findet man aber im Meer, angefangen vom Phytoplankton, dem ersten Glied der Nahrungskette bis hin zum Riesentang mit einer Länge von bis zu 60 Metern. Das Phytoplankton ist, als kleinstes Nahrungsteilchen, für unser gesamtes Ökosystem von essentieller Bedeutung. Jährlich entstehen in unseren Weltmeeren 6 Milliarden Tonnen dieser mikroskopisch kleinen Pflanzen.
Auch geht man davon aus, dass über die Hälfte des Sauerstoffs in unserer Atmosphäre von Algen gebildet werde. Durch die Photosynthese tragen sie so im erheblichen Maße zum Abbau von Treibhausgasen, wie Co2, bei.

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